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Hereditäre Motorisch-Sensible Neuropathie (CMT2, Seipin)
Diagnostik über folgende genetische Analyse(n)/Panel möglich
Synonyme
dHMN-V, dSMA-V, Silver-SyndromKlinische Symptomatik
Mutationen im Gen Seipin können ein breites Spektrum phänotypisch unterschiedlicher Formen hereditärer Neuropathien verursachen. Je nach dem, welche Symptomatik im Vordergrund steht, gehören dazu CMT/HMSN-Neuropathien, distale hereditäre motorische Neuropathien (dHMN-V, dSMA-V) oder das Silver-Syndrom (hereditäre spastische Paraparese, SPG17).
Bei vielen Patienten ist klinisch eine oft asymmetrische Schwäche und Atrophie der kleinen Handmuskeln auffällig, möglicherweise vergesellschaftet mit Fußdeformitäten und einer Gangstörung aufgrund distal atrophischer Paresen und/oder einer mäßigen Spastik der unteren Extremitäten. Pyramidenbahnzeichen können vorhanden sein, sensible Störungen sind allenfalls gering ausgeprägt. Erste Symptome – häufig im Bereich der oberen Extremität - treten meist in der 2. bis 3. Lebensdekade auf, können sich jedoch auch deutlich später, in Einzelfällen noch jenseits des 50. Lebensjahrs äußern. Elektrophysiologisch lassen sich Zeichen einer axonalen Neuropathie nachweisen, mit niedrigen Amplituden und einer normalen bis gering verzögerten motorischen Nervenleitgeschwindigkeit und teilweise partiellen Leitungsblöcken. Die Progredienz der Erkrankung ist in der Regel gering, die intrafamiliäre Variabilität hinsichtlich Erkrankungsbeginn und Symptomatik jedoch hoch.
Genetik
Hereditäre Neuropathien aufgrund von Mutationen im Gen BSCL2 werden autosomal dominant bei inkompletter Penetranz vererbt. Über 20 % der Mutationsträger sind nicht oder nur subklinisch betroffen. Das Gen BSCL2 liegt auf Chromosom 11q13, besteht aus 24 Exons und kodiert für das Protein Seipin. Bislang wurden ausschließlich zwei heterozygote Missense-Mutationen in Exon 3 von BSCL2 beschrieben (N88S und S90L), die beide eine Glykosylierungsstelle des Proteins Seipin betreffen. Die autosomal rezessive kongenitale Berardinelli-Seip Lipodystrophie wird dagegen durch andere homo- oder compound heterozygote Mutationen von BSCL2 verursacht.
